Freundeskreis Iwalewahaus e.V.

Unser Projekt befindet sich in der Pilotphase – wir haben schon einige „offene Ateliers” abgehalten und versuchen uns an Ausstellungsformaten und Workshops. Dies mit großem Erfolg: Für die jungen Leute, die zumeist aus Afghanistan gestartet sind, sind wir ein Heimathafen: Ein Ort, an dem gelacht wird, an dem die Gedanken Ausdruck ohne Worte finden können, und in denen ein Netzwerken in vergnügter, anregender und ästhetisch herausfordernder Runde möglich ist.

Das Iwalewahaus steht für die Vermittlung einer offenen, zugänglichen und willkommen heißenden Welt. ‘Fremd’ ist in der Arbeitsweise des Hauses nichts Abzubauendes, sondern ein Anstoß zur Auseinandersetzung und dem Herausfinden gemeinsamer Werte.

Ganz unbeabsichtigt im Sinne des Programms haben wir unsere Gruppe junger Menschen ‘Superheroes’ genannt  -weil wir glauben, dass sie in ihren jungen Jahren einen Erfahrungsschatz mit sich bringen, der nur bereichern kann, wenn er richtig und gemeinsam gehoben wird. Das möchten wir mit den niedrigschwelligen (dieses Wort würde ich weglassen) Aktivitäten – Festen, Ausstellungen, ‘offenen Ateliers’ – erreichen.

Unsere “Superheroes” – Superheld_innen also – sind eine Gruppe von Menschen mit und ohne Fluchthintergrund, die sich monatlich im Iwalewahaus, dem Kunstraum für zeitgenössische und moderne Kunst in Bayreuth, treffen. Den Titel haben wir der Gruppe gegeben, da sie für uns die Held_innen der Gegenwart sind – sie bringen sich, trotz zum Teil schrecklicher, entwürdigender Erfahrungen – für die Stadt Bayreuth ein, schaffen neue Netzwerke und Beziehungen und übernehmen Verantwortung für das Iwalewahaus.

Gemäß der Leitlinien des Iwalewahaus “Archiv – Kunst – Utopie” arbeiten wir in Projekten mit der Kunstpädagogin Ute Baumann an Themen, die die jungen Menschen bewegen. ‘Heimat’, wie in der Projektbeschreibung formuliert, ist dabei ein wichtiges Wort. Im künstlerischen Ausdruck kommen verwandte Themen immer wieder vor: Dazu gehören. Fuß fassen. Einen Ort für das Träumen und für Zukunftsvorstellungen zu haben.. Und vor allem bei denjenigen, die einen Teil einer Flucht hinter sich haben: Ankommen und zur Ruhe kommen.

In unseren Aktivitäten wird uns immer wieder vor Augen geführt, wie wichtig scheinbar kleine Dinge dabei sind: Ein eigenes Bild zeigen zu können, die Sammlung entdecken zu können, Freund_innen einladen zu können. Kurz: Die Institution als eine mögliche Heimat zu begreifen.

Was wir vorhaben ist der Ausbau dieser Arbeit in 2017/18:
– Monatliches ‘Offenes Atelier’ für den künstlerischen Ausdruck mit Ute Baumann, Katharina Fink, Nadine Siegert
– Weitere Schwarzlichtprojekte – im Mai 2017 ist eine Kooperation mit dem Forum Phoinix geplant, ein Wochenende, an dem die Kämmereigasse leuchtet
– Juli 2017: Workshop mit Yassine Balbzioui (Marokko)
– Am 20.7. zeigen wir Werke der Superheroes auf unserem Sommerfest in der Münzgasse/Bayreuth
– Arbeit mit  der Gemäldesammlung des Iwalewahaus
– das Einrichten eines Kunstlabors zur freien künstlerischen Verfügung
– gemeinsame Kunstausflüge zu laufenden Ausstellungen in der Region, Nürnberg und München



Antragssteller*in: Freundeskreis Iwalewahaus e.V.

Anschrift: Wölfelstraße 2, 95444 Bayreuth

Status des Projektes: Pilotphase

Webseite: http://www.freundeskreisiwalewahaus.com

Preisgeld:

Die Unterstützung wird es uns ermöglichen unseren „Superheroes” weiterhin, verlässlich und nachhaltig ein ‘offenes Atelier’ als einen Raum der Begegnung für geflüchtete und nichtgeflüchtete Menschen zu bieten.

Das Preisgeld wird in folgende konkrete Aktionen fließen:
Ausbau der Schwarzlicht-Performances, Erweiterung unserer Sammlung durch Werke von Teilnehmer_innen, pädagogische Begleitung der Beschäftigung mit den Themen Heimat/Beheimatung und Kunst.

Kunstpräsentation zu festen Terminen im Jahr – Sommerfest Iwalewahaus – im Juli jeden Jahres –  Herbstausstellung – gehören auch dazu.

Finanzierung:

Momentan finanzieren wir das Projekt „Superheroes” durch die Spenden und Mitgliedsbeiträge unserer Aktiven im Vereins sowie punktuelle Förderungen für Aktionen ist unsere Planung meist begrenzt.  Leider ist dies eine unsichere Situation, die unserer Arbeit nicht angemessen ist. Die Leitung und Begleitung von Seiten unseres Hauses (Dr Nadine Siegert & Dr Katharina Fink, Museumspädagogik, Sammlungszugang etc) erfolgt ehrenamtlich. Alle uns zur Verfügung stehenden Mittel gehen in die Materialien, Ausstattung der Workshops und eine – sehr bescheidene – Aufwandsentschädigung für die Kunstpädagogin Ute Baumann.
Neben der personellen ist die materielle Grundsicherung des Projekts ein Problem. Momentan bringen wir die Materialien als Spende ein, Dank unserer Vereinsmitglieder und unserer Pädagogin. Würden wir auch hier über eine zugesicherte Unterstützung verfügen, so könnten wir ein „multimediales Atelier” und eine „Blackboxbühne” ausstatten mit Farbe und Leinwand, Fotografie und Video, Streetart und Performance. Dies würde es uns ermöglichen, dass die Superheroes”, unsere Held_innen der neuen Heimat – auch außerhalb der monatlichen Treffen kommen und an einer Arbeit/einem Werk weiter arbeiten könnt en. Ein begehbares, ein echtes Kunstlabor! In den Unterkünften für ‘unbegleitete Geflüchtete’ steht wenig Platz zum Malen und für den künstlerischen Ausdruck zur Verfügung.
Um unsere Aktivitäten nicht nur auf Bayreuth zu begrenzen, streben wir im Ausbau der „Superheroes” an, auch an anderen Orten tätig zu werden – mit Workshops und Ausstellungen, in denen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen selbst als Vermittler_innen, Botschafter_innen ihrer Beheimatung, auftreten können.

Mit der Unterstützung von „Helden der Heimat” wären wir in der Lage, den „Superheroes” eine längerfristige Perspektive zu geben und uns ganz auf die Arbeit zu konzentrieren. Dies würde die Qualität, vor allem aber auch die Sichtbarkeit der Arbeiten der „Superheroes” stärken – und sie nicht als geflüchtete Menschen, sondern als künstlerisch tätige Menschen in unserer vielfältigen, von ihnen mitgestalteten Heimat präsentieren.

Wir danken Ihnen für eine Prüfung unseres Antrags! Herzliche Grüße  – Katharina Fink

Weitere relevante Fakten: