Projekt goolkids – Sport baut Brücken

Projekt goolkids – Sport baut Brücken
Mit der ersten Sportausrüstung zu integrativen Sportangebote den Weg in den Sport(verein) finden!

Der in Stadt und Landkreis Bamberg tätige Förderkreis goolkids verfolgt das Ziel, die gesellschaftliche Integration sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher jedweder Herkunft zu fördern, indem er diesen den Zugang zum Sport erleichtert. Das System von goolkids baut sich direkt an der Basis auf und steht prinzipiell auf 4 elementaren Säulen, die sinnvoll ergänzt für ein nachhaltiges, wenn nicht gar ganzheitliches Zukunftsmodell stehen können.

A) Die Einstiegshilfe – goolkids-Sammelbox

Die Gründung des Förderkreises entstand aus dem Bewusstsein, dass es auch finanzielle Gründe gibt, weshalb Kinder und Jugendliche dem Sport fernbleiben oder keinen Zugang zu Sportvereinen finden. Aus dieser Erkenntnis entwickelte sich der Gedanke, gebrauchte Sportausrüstung zusammen mit Vereinen und Jugendlichen zu sammeln, um diese anschließend bedürftigen Kindern zur Verfügung zu stellen. Um dies nachhaltig zu organisieren hat goolkids einen internen Kreislauf für die Sportjugend entworfen.

Das Sammeln erfolgt durch die „goolkids-Sammelboxen“, die im Stadtgebiet Bamberg und im Umland zahlreich bereitstehen. In sehr vielen Sportvereinen steht die gleiche Box parat, um den Kids das Sammeln zu erleichtern. Zusätzlich bildet sich dadurch ein Identifikationsgedanke bei den Sportlern. Zusätzliche Boxen stehen in Schulen oder mittlerweile sogar REWE-Märkten der Region. Die Sammelboxen sind grundsätzlich doppelt nutzbar – zum Abgeben oder auch zum Abholen. Das Motto hierfür lautet „Kinder helfen Kindern“.
Mit Hilfe der vielen Sammelstellen entsteht nach und nach ein kleiner Ausrüstungspool, der Kindern und Jugendlichen einerseits die Hürde bei der Beschaffung von Sportausrüstung abnehmen kann. Andererseits haben diese die Möglichkeit, ihrerseits sogar selbst einen wertvollen Beitrag zur Integration zu leisten, indem sie z.B. ihre eigene gebrauchte Sportausrüstung zur Verfügung stellen aus der sie herausgewachsen sind. Die gemeinschaftliche „Tauschbörse“ von gebrauchten Sportsachen mit Hilfe der „goolkids-Sammelbox“ funktioniert mittlerweile hervorragend.

B) Der Gratis-Basar – Verteilung und erste Brücken

Die nächste Etappe und eine weitere wichtige Säule der Aktivitäten des Förderkreises besteht aus den regelmäßigen Gratis-Basaren. Die Leerung der Boxen wird von goolkids organisiert und zentral gesammelt. Mit Hilfe von Vereinen veranstaltet man 2x im Jahr einen Basar, bei dem alle Sportsachen verschenkt werden. Damit kann eine sehr große Öffentlichkeit erreicht und eine mögliche Hemmschwelle für Eltern und Kindern beseitigt werden. Dieser Basar wird bewusst mit neuen Sachen ergänzt um den Charakter von Almosen gar nicht erst entstehen zu lassen.
Zudem wird bei jedem Basar auch eine kleine Tombola organisiert, weil der Spaßfaktor viel leichter die letzten Hürden bei Bedürftigen fallen lässt.

In der nahen Zukunft wird der Basar durch ein „offenes Sporthaus“ erweitert. Ein ehemaliger LKW-Container wird aktuell umgebaut, um die Sportsachen gut sortiert lagern und verteilen zu können. Als zentrale Anlaufstelle steht dieser allen Eltern und Kids offen und kann mittelfristig durchaus jeden Engpass bei Sportsachen beseitigen. Zur besseren Motivation werden auch hier alle Vereine als Helfer mit ins Boot genommen. Das gemeinsame Sportsachen-Kaufhaus wird im Frühjahr erstmals in Betrieb gehen und als zentrale Anlaufstelle aller Boxen aufgebaut.

C) integrative Sportangebote

Frisch ausgestattet ist die nächste Etappe und eine wichtiger Schritt für die Jugendlichen vorbereitet – Teilnahme an Sportangeboten. Die Angebote von goolkids sind allesamt frei zugänglich, auch und gerade ohne die sonst notwendigen Vereinsmitgliedschaften. Sie bieten den jungen Menschen eine hervorragende Möglichkeit, leichten Zugang zu einer sportlichen Gemeinschaft zu finden, in welcher es auf Teamgeist ankommt und die soziale Herkunft keine Rolle spielt. Das eigene (ehrenamtliche) Sportteam legt grundsätzlich großen Wert auf ein offenes und vielfältiges Sportangebot und hat neben Fußball und Basketball u.a. auch Volleyball und Zumba im Programm. Hierbei hilft goolkids die gute Kooperation mit Sportvereinen, um den Jugendlichen als nächste Brücke viele mögliche Türen zum aktiven Vereinssport zu zeigen und weit offen zu halten oder zumindest deren Hürden abzubauen.

Eine weitere Chance ist es, neben den offenen Sporttreffs auch noch eine Reihe von freien Sport- und Spaß-Veranstaltungen zu organisieren. Neue Wege sind nötig, um das Interesse für Sport bei den Jugendlichen zu wecken und auch neu zu motivieren. Die klassischen Wege alter Vereinsprägung greifen immer weniger bei der Nachwuchsfindung. Goolkids nutzt die Möglichkeit von der Ausrüstung über den offenen Sport zuletzt auch noch mit Spaßevents völlig neue Wege zu gehen, um das klassische Vereinsmodell lebendig zu unterstützen.

D) aus Spaß wird Sport

Beispielhaft für lebendige Events sind der „MITeinander-Cup“ sowie das MenschenKicker-Turnier oder der „Kids-Worldcup“ erwähnt:
http://goolkids.org/miteinander-cup.html
http://goolkids.org/menschenkicker.html
http://goolkids.org/kidsworldcup.html

Mittlerweile haben sie sich etabliert und können nun sogar jährlich stattfinden. Die Teilnahme ist flexibel und barrierefrei ausgestaltet. Alle interessierten Gäste können in fremden Teams mitspielen, ein eigenes Team organisieren oder als Verein antreten. Jede einzelne Mannschaft besteht aus Spielern verschiedener gesellschaftlicher Gruppen, z.B. aus Menschen mit Handicap oder der sozialen Jugendarbeit, aus jungen Flüchtlingen und aus Einheimischen. Nicht der sportliche Erfolg zählt, sondern das freundschaftliche MITeinander. Die Einbindung der Bevölkerung ist durch zahlreiche Gäste, Prominente sowie Helfer und Betreuer gewährleistet. Der „MITeinander-Cup“ ist ein anschauliches Beispiel dafür, dass soziale und sprachliche Barrieren mit wenig Aufwand, in diesem Fall mit Hilfe des Sports, abgebaut werden können.
Bei den MenschenKicker-Turnieren sorgt goolkids dafür, dass auch die Sportvereine mitwirken, um durch die Spiele in neuen Teams für erste Kontakte zu sorgen.
Sehr ähnlich, nur ein wenig anders organisiert, ist der „Kids-Worldcup“, den goolkids nach Bamberg geholt hat. Kinder von 4-12 werden hier kunterbunt zusammen gebracht und erst vor Ort in kleine Teams eingeteilt. Diese bekommen dann einen erfahrenen Jugendleiter aus einem Verein zugeteilt, der sie durch den ganzen Tag begleitet – auch zum kostenlosen gemeinsamen Mittagessen. Auch hier geht es darum, neue Begegnungen zwischen Kindern und erste Kontakte zu Sportvereinen aufzubauen. Ein Weg, den viele Vereine aus mannigfaltigen Gründen selbst nicht (mehr) gehen können.

Neue Wege braucht das Land

Das Besondere an diesem Projekt ist die Möglichkeit, Hürden spürbar verschwinden zu lassen. Sowohl materielle als auch unsichtbare Barrieren verhindern vor allem bei Menschen am Rande der Gesellschaft zu oft neue Chancen. Zudem kann jeder Baustein auch ganz für sich durchgeführt werden.

Ein angenehmer, aber gewünschter Nebeneffekt aller Aktionen ist es, neuen Nachwuchs für die Sportvereine zu ermöglichen. Es geht vor allem darum, die Kids außerhalb „geregelter Verhältnisse“ wieder zurück zu holen.

Alle Aktivitäten des Förderkreises leben vom ehrenamtlichen Engagement zahlreicher Helfer und Betreuer. Doch auch diese rekrutieren sich durch das permanente MITeinander aus allen Teilen der Bevölkerung. Bei sozial Benachteiligten ermöglicht die offene Philosophie des Projektes neue und aktive Perspektiven oder Chancen auf die Bestätigung innerhalb der Sportfamilie.



Antragssteller*in: Förderkreis goolkids e.V.

Anschrift: Innere Löwenstraße 6

Status des Projektes: Pilotphase

Webseite: http://www.goolkids.de

Preisgeld:

Mit dem Gewinn des Preisgeldes wäre ein erster großer Schritt getan, um das Model goolkids auch in anderen Städten Oberfrankens gedeihen zu lassen. Zudem könnten die neuen Kontakte mithelfen, die Idee und das Konzept weiter zu tragen. Prinzipiell ist es sehr einfach, mit dem Einstieg über die Sammelbox viele kleiner Ausrüstungspools und offene Sporttreffs entstehen zu lassen. Damit kann es gelingen, viele neue Brücken weit über unsere Grenzen hinaus zu bauen. Die Kinder könnten erleben, wie ihr positives Werk des Sammelns anderen Kindern hilft und ihnen neue Freunde verschafft.

Finanzierung:

Bislang organisieren wir uns ausschließlich dank Ehrenamtlicher und Spenden von Sponsoren. Große Finanz-Ressourcen sind aufgrund der jungen Geschichte noch nicht vorhanden. Insofern ist die gewünschte Erweiterung auf andere Regionen sehr stark durch den finanziellen Möglichkeiten vor allem lokal sehr eingeschränkt.

Weitere relevante Fakten: