Kindersegen

Das Projekt “Kindersegen” ist aus folgender Ausgangssituation entstanden:
• Veränderungen der demographischen Situation wie z. B. steigende Lebenserwartung, geringere Geburtenrate, Patchworkfamilien, berufsbedingt erzwungene Mobilität, die zu großen Entfernungen zwischen den Wohnorten von Familienmitgliedern führt, bringt es mit sich, dass sich immer mehr Aufgaben und Funktionen, die bisher die Familie ausgefüllt hat, auf andere Institutionen verlagern.
• Alte Menschen sind aus diesen Gründen oft nicht mehr ins Familienleben integriert. Kinder wachsen auf ohne die Erfahrung von Großeltern.
• Jene Senioren – die hochbetagt alleine oder in einer Einrichtungen leben, verschwinden aus dem öffentlichen Leben und werden zu einer Randgruppe. Zu einer Randgruppe werden auch die Kinder, die nicht nur weniger an der Zahl als in früheren Jahren – zudem oft keine Möglichkeit der Begegnung mit alten Menschen haben und dadurch keinerlei Beziehung zu diesen aufbauen können. Dadurch fehlt beiden Seiten die Möglichkeit, viele für das Leben wichtige Erfahrungen zu sammeln.
• Ein Nebeneinander der Generationen entsteht, Vorurteile werden gefördert, Ängste geschürt. Aus der Erfahrung, dass die Großfamilien geringer werden haben oft Kinder wenig Kontakt mit Großeltern oder älteren Menschen.
• Viele Eltern können die Betreuung ihrer Kinder in den Ferien nicht sicherstellen. Denn die Ferien sind länger als ihr eigener Urlaub

Folgende Ziele sollen erreicht werden:
• Unsere Einrichtung möchte einen Begegnungsrahmen für Alt und Jung schaffen, der beispielgebend für die Gegenwart und Zukunft vieler alter und junger Menschen sein kann. Die integrierte Kinderbetreuung ermöglicht eine zwanglose, natürliche  Begegnung zwischen Alt und Jung, die in den Familien oft nicht mehr gegeben ist und fördert Lebenskompetenzen/Lebensfreude sowohl für Kinder als auch für unsere Bewohner.
• Integrative Förderung: Das Sozialverhalten der Kinder gegenüber Älteren und Kranken wird gefördert.
• Unsere Einrichtung kann durch betriebliche Kinderbetreuungsangebote einen wichtigen Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf leisten. Davon profitieren unsere Beschäftigten und ihre Familien. Sicherlich auch wir, die durch unsere familienfreundliche Einrichtung diesen Pflegeberuf attraktiver machen.
• Wir möchten das Tabu-Thema Altenheim, und den Gedanken Altenheim „Getto nur für alte und kranke Menschen“ in der Öffentlichkeit transparent machen. Alt und Krank gehört zum Leben, sowie Alt und Jung zum Leben gehören.

Unser räumliches Angebot gewährleistet ein gutes Fundament zum Wohlfühlen:
• Kindergerechte Toiletten
• Spielplatz direkt neben der Einrichtung
• Nutzung des hauseigenen Therapiegartens
• Große Parkanlage um die Einrichtung herum, mit viel Spielwiese
• Große Turnhalle
• Ruhe- und Schlafraum
• Offene Bewohnerküche mit Sitzecke
• Gruppenraum in der Aula
• Große Aula

Personelle Situation:
• Die Kindersegengruppe ist der sozialen Betreuung zugeordnet
• Wobei die Betreuung engagierte ehrenamtliche Helfer, mittlerweile 6 Personen, davon 5 Personen die regelmäßig und immer in den Ferienzeiten anwesend sind, übernommen wird
• Das soziale Betreuungsteam mit 5 Mitarbeitern strukturiert den Tagesablauf mit den einzelnen Aktivitäten
• Unsere Hauptbetreuungszeit  ist von  08.00 Uhr  bis  16.00 Uhr

Gemeinsame Angebote:
• Singrunde
• Lesen, vorlesen
• Basteln, malen, kreatives Gestalten
• Kochen, mit anschließenden gemeinsamen Essen, Kuchen backen, Beeren pflücken und Marmelade kochen
• Spielen ( Brettspiele ), Baustein, Lego
• Ausflüge: Talsperre Pöhl mit Schifffahrt,  Besuch des Greifvogelparks in Wunsiedel mit Flugshow und griechischem Buffet, Kleintierzoo in Hof, Besuch des Quelitzsees in Tauperlitz etc.
• Spaziergänge, Besuch Pferdehofes bei einer Mitarbeiterin
• Familiäre Veranstaltungen ( z.B. Lagerfeuer mit den Bewohnern, Kindern und den Familien)
• Spielplatzbesuche
• Gymnastik, Ballspiele
• Sitztänze, mit gemeinsamer Probe und Aufführung bei Festen
• Stuhlkreis, Gesprächsrunden

Was haben wir bisher erreicht:
• Mittlerweile haben wir 13 angemeldete Mitarbeiterkinder (im Alter von 1 – 8 Jahren) die in den Ferienzeiten betreut werden können
• Die Kinder gehen ohne Scheu zu den Bewohnern, und bieten zum Beispiel Hilfe an (Getränk einschenken, etwas vom Boden aufheben, Jacke anziehen) oder fragen sie, ob jemand mit ihnen ein Brettspiel/Puzzle macht. Auch die Kinder kennen viele Bewohner mit den Namen und verabschieden sich mit Handschlag von ihnen.
• Unsere Bewohner kennen alle Kinder mit Namen, es herrscht eine große Vorfreude auf die Ferienzeit
• Die Bewohner zeigen großes Interesse am Werdegang der Kinder (Eingewöhnung Krippe, Kindergarten oder Schule ), indem sie oft nachfragen wie es den Kindern geht.
• Es vermittelt allen einen Großfamiliencharakter wo Freude und Vertrauen sein an erster Stelle stehen.
• Selbst Bewohner mit der Erkrankung Demenz oder ständiger bettlägerigkeit profitieren von diesem Projekt. Beispiel: Eine hochgradige demenzerkrankte Bewohnerin zeigte Muttergefühle als das 1,5 Jahre alte Mädchen auf ihrem Schoß saß und legte den Arm schützend um das Kind. Eine andere Bewohnerin mit der Demenzerkrankung fütterte das Kind, obwohl sie nicht in der Lage ist, sich selbst das Essen einzugeben. Zwei siebenjährige lesen bettlägerigen Bewohnern Geschichten vor – eine Bewohnerin hatte Tränen in den Augen, bei einem anderen Bewohner war ein kleines Lächeln zu sehen.
• Den älteren, bereits pensionierten ehrenamtlichen Mitarbeitern eine Aufgabe geben zu können, die sie glücklich und zufrieden macht, außerdem ihnen das Gefühl vermittelt gebraucht zu werden.
• Eine bessere Personalpolitik durch eine höhere Flexibilisierung in der Urlaubsplanung für alle Beschäftigten
• Für die Beschäftigten mehr Ruhe bei der Arbeit durch die Gewissheit der verlässlichen Kinderbetreuung
• Immer mehr Angehörige bringen ihre Kinder bzw. ihre Enkel mit in die Einrichtung, so dass auch in den Zeiten wo keine Ferien sind, viel öfter Kinder bei uns in der Einrichtung sind.
• Die Heimaufsicht bestätigt schriftlich bei der letzten Heimbegehung, dass dieses Projekt eine Bereicherung für die Einrichtung ist, und es Großfamiliencharakter hat
• Das Projekt Kindersegen hat das Seniorenhaus so geprägt, dass sowohl der Geschäftsführer, der Stiftungsausschuss und der Oberbürgermeister einer Namenänderung zustimmten. So erhielten wir am 18.11.2011 während einer Feierstunde unseren neuen Namen : „Seniorenhaus Christiansreuth, die familienstarke Einrichtung“.
• Bisher ist das Projekt in Hof und der gesamten Umgebung einmalig.
• Viele neue Ehrenamtliche, durch die benachbarte Seniorenwohnanlage. Eine Anwohnerin der Seniorenwohnanlage sagt: “Durch die gemeinsamen Spaziergänge kommen wir wieder mehr raus”.  Eine andere Anwohnerin geniest es als Oma angesprochen zu werden, obwohl sie eigentlich gar keine ist (Sie hat keine Enkelkinder).
• Der Seniorenrat der Stadt Hof hat sich bereits angekündigt, um vor Ort mehr über das Projekt zu erfahren.
• In der Öffentlichkeit, auch Kindergarten und Schulen werden wir als Mitarbeiter oft nach unserem Projekt befragt und erfahren jedes mal sehr positive Meinungen und Bestätigungen

Wie sorgen wir dass die Umsetzung nachhaltig ist und bleibt?
• Fahrtkostenerstattung bei Ehrenamtlichen
• Persönliche Geschenke an die Ehrenamtlichen
• Werbung um weitere Ehrenamtliche zu akquirieren
• Integration der Ehrenamtlichen in die Einrichtung, z.B. mit Schulungen – Erste Hilfe, Brandschutz
• Besondere Angebote während den Ferienzeiten
Geplant ist ein Kinderzimmer mit Schlafmöglichkeit einzurichten. So können die Kinder behütet in Mamas Nähe schlafen. Die Mitarbeiter können beruhigt ihrer Aufgabe im Nachtdienst nach kommen.



Antragssteller*in: Seniorenhaus Christiansreuth

Anschrift: Seniorenhaus Christiansreuth, die familienstarke Einrichtung, der Hospitalstiftung Hof, Christiansreutherstraße 29, 95032 Hof

Status des Projektes: Laufender Betrieb

Webseite: http://www.hospitalstiftung-hof.de

Preisgeld:

Ausstattung eines Kinderzimmers und für besondere Projekte für Alt und Jung (Eintrittsgelder, Miete für benötigte Busse)

Finanzierung:

Über ehrenamtliche Helfer

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