In der Heimat wohnen – Teuschnitz

Ein Leben lang sicher und selbstbestimmt in der Heimat wohnen, das ist der Wunsch der meisten Menschen.
Ausgehend von ihrer umfassenden Erfahrung in den Bereichen Wohnen und Soziales haben das kirchliche Wohnungsunternehmen Joseph-Stiftung und der Cartitasverband für die Erzdiözese Bamberg e.V. das Wohnmodell “In der Heimat wohnen” gemeinsam entwickelt.
Durch die bedarfsgerechte Verbindung von barrierefreien Wohnraum mit professionellen Dienstleistungen wird sichergestellt, dass auch und gerade wenn man zur Bewältigung des Alltags auf Hilfe und Unterstützung angewiesen ist, man in seiner Heimat wohnen bleiben kann. Als Bewohner entstehen dabei keine zusätztlichen Kosten in Form einer Betreuungspauschale.
Ein Quartiersmanagement steht jederzeit zur Verfügung. Egal, ob es dabei um eine Auskunft, Beratung oder die Vermittlung weiterreichender Unterstützungsangebote geht.

Das Ziel des Wohnmodells “In der Heimat wohnen” ist es, den Wunsch der meisten Menschen zu ermöglichen: Nämlich den Wunsch, ein Leben lang sicher und selbstbestimmt in der Heimat zu wohnen.

Hierbei basiert das Wohnmodell “In der Heimat wohnen” auf vier zentralen Komponenten, die je nach Standort individuell ausgearbeitet und umgesetzt werden:
1. Zu Hause leben: Moderner barrierefreier Wohnraum wird in zentraler Lage realisiert und in Niedrigenergiebauweise gebaut.
2. Jederzeit versorgt: Professionelle ambulante und hauswirtschaftliche Dienstleistungen unterstützen bei Bedarf.
3. Lebendige Nachbarschaft: Begegnungs- und Beteiligungsmöglichkeiten werden für alle und für ein soziales Miteinander geschaffen.
4. Akteure vernetzen: Ein Quartiersmanagement führt die unterschiedlichen lokalen Personen und Organisationen zusammen und fördert den Aufbau eines Bürgernetzes.

Kern des Projektes “In der Heimat wohnen” in Teuschnitz ist eine Wohnanlage in zentraler Lage am Marktplatz, direkt neben dem Rathaus. Seit Oktober 2010 wurde es im Rahmen des Bundesmodellvorhabens “Altersgerecht Umbauen” mit Mitteln des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung realisiert.
Ein ensemblegeschütztes Haus wurde restauriert und um einen Anbau erweitert. Es beherbergt acht barrierefreie Wohnungen, einen Gemeinschaftsraum mit Gemeinschaftsküche, sowie einen Stützpunkt für das Quartiersmangament des Caritasverbandes für den Landkreis Kronach e.V.. Der Caritasverband für den Landkreis Kronach e.V. übernimmt auch seit 2010 die Trägerschaft des Quartiersmanagements.

Die Aufgabe des Quartiersmanagements bezog sich zu Beginn neben der Sensibilisierung und Aktivierung der Bevölkerung durch Befragung und Öffentlichkeitsarbeit, auf die Gründung einer Projektgruppe. Jedes Mitglied der Projektgruppe bringt spezifisches Wissen bzw. “Ressourcen” mit und ermöglicht dadurch die bedarfsgerechte Entwicklung des Projektes “In der Heimat wohnen” in Teuschnitz.
So konnten in kurzer Zeit folgende Angebote für das Quartier erarbeitet und realisiert werden:
1. Flyer “Teuschnitz macht mobil”: Dieser Flyer bündelt alle Möglichkeiten des öffentlichen Nahverkehrs und erleichtert somit die Suche nach dem passenden Fahrangebot. Neben der Fahrplanauskunft ÖPNV, wurde auch der lokale Bürgerbus und die Fahrdienste für Rollstuhlfahrer berücksichtigt.
2. Servicebüro für Alltagshilfen: Neben der Vermittlung von Seniorenbegleitern durch das Quartiersmanagement wurde ein Netzwerk “Alltagshilfen” aufgebaut. Das Netzwerk Alltagshilfen ist ein Zusammenschluss zahlreicher lokaler, gewerblicher Dienstleister, die gegen Bezahlung Alltagshilfen anbieten und vom Servicebüro bei Bedarf vermittelt werden.
3. Mitfahrzentrale: Der Grundgedanke hinter der Mitfahrzentrale ist jener: Teuschnitzer nehmen andere – weniger mobile – Teuschnitzer mit. Dabei richtet sich das Angebot an Menschen, die in allen Lebenslagen mobil sein wollen.
Ansprechpartner sind in den vier Ortschaften der Verwaltungsgemeinschaft Teuschnitz Ehrenamtliche, die wiederum eine Liste mit ehrenamtlichen Fahrern besitzen. Kosten für die Mitfahrzentrale werden individuell zwischen Fahrer und Beifahrer vereinbart.
4. Lieferservice: Der Caritasstützpunkt “In der Heimat wohnen” beschäftigt für den Lieferservice eine ehrenamtliche Kraft, die einmal in der Woche Einkäufe, die bei lokalen Geschäften eingegangen sind, direkt nach Hause liefert. Somit können auch Bürgerinnen und Bürgern versorgt werden, für die der Weg zur nächsten Einkaufsmöglichkeit zu weit geworden ist.
5. Betreutes Wohnen für Menschen mit seelischer Behinderung: Das Betreute Wohnen ist ein ambulantes Angebot für erwachsene Menschen, die seelisch erkrankt oder von einer seelischen Erkrankung bedroht sind und vorübergend oder für einen längeren Zeitraum professionelle unterstützende Hilfen in Anspruch nehmen möchten.
6. Beratung im Caritasstützpunkt: Für die Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Teuschnitz bietet der Caritasstützpunkt mit seiner Quartiersmanagerin Beratungen zu folgenden Themen an: Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Beantragung eines Schwerbehindertenausweises, Beantragung einer Pflegestufe bzw. Pflegegrades und die Vermittlung an weitere Beratungsstellen.

Nachdem der Gemeinschaftsraum mit Gemeinschaftsküche fertiggestellt wurde, konnten Angebote zur Belebung des Gemeinschaftsraumes installiert werden.
Gemeinsam mit dem Quartiersmanagement und Ehrenmatlichen sind folgende Angebote entstanden:
1. Mittagstisch: Einmal im Monat bietet der Mittagstisch allen BürgerInnen die Möglichkeit sich in Gesellschaft eine gut bürgerliche Küche schmecken zu lassen, wobei in erster Linie der Mittagstisch als Treffpunkt für die Bevölkerung zur Kommunikation und zum Kennenlernen dient.
2. Gute-Laune-Frühstück: In Kooperation mit dem lokalen Familienstützpunkt des Kindergartens St.Anna, veranstaltet der Caritasstützpunkt in regelmäßigen Abständen ein “Gute-Laune-Frühstück” für Groß und Klein, Jund und Alt.
Neben einem reichhaltigen Frühstück wird zusammen gebastelt und gesungen.
3. Marktcafé: Zum monatlich stattfindenden Markttag verwandelt sich der Gemeinschaftsraum in ein “Marktcafé”. Somit bietet der Caritasstützpunkt allen BesucherInnen die Möglichkeit bei einer Tasse Kaffe und ein Stück Kuchen in geselliger Runde zu verweilen und die Atmosphäre zu genießen.
4. Strickstammtisch: Einmal im Monat treffen sich “strickbegeisterte” BürgerInnen im Gemeinschaftsraum zum Stricken. So entstehen aus gespendeten Wollen verschiedenste Kleidungsstücke, die an wohltätige Zwecke gespendet werden.

Neben diesen vielfältigen Angeboten finden auch immer wieder Vortragsreihen statt. Ebenfalls treffen sich regelmäßig Selbsthilfegruppen und Arbeitskreise im Gemeinschaftsraum.

Der Gemeinschaftsraum steht allen BürgerInnen und MieterInnen zur Verfügung und kann somit für Feierlichkeiten oder gemeinsame Aktivitäten genutzt werden.

Alle Angebote von “In der Heimat wohnen” finden bis zum heutigen Zeitpunkt statt.
Das Quartiersmanagement ist offen für die Bedürfnisse und Ideen der Bevölkerung und entwickelt gemeinsam mit den Akteuren vor Ort neue Angebote.

Wirkungen von “In der Heimat wohnen” lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:
Aufwertung des öffentlichen Raums um besonders für ältere Bewohner die Mobilität und den Aktionsradius zu erhöhen.
Durch die Erweiterung professioneller ambulanter Unterstützungsleistungen um ehrenamtliches Engagement können alle Bewohner der Stadt Teuschnitz auf umfassende, bedarfsgerechte und vielfältige Dienstleistungs- und Hilfsangebote zurückgreifen.
Die Versorgungssituation im Ort wird damit deutlich gesteigert.
Soziale Beziehungen innerhalb der Nachbarschaft werden gestärkt und steigern damit die Einbindung in das dörfliche Leben und erhöhen die Bereitschaft gegenseitiger Unterstützung.



Antragssteller*in: Caritasverband für den Landkreis Kronach e.V.

Anschrift: Adolf-Kolping-Straße 18, 96317 Kronach

Status des Projektes: Laufender Betrieb

Webseite: http://www.in-der-heimat.de

Preisgeld:

Das Preisgeld würde im Bereich Personalkosten eingesetzt werden. Eine hauptamtliche Fachkraft ist für das Quartiersmanagement bzw. für das Projekt “In der Heimat wohnen” sehr wichtig. Ohne eine “treibende Kraft” würden die aufgebauten Strukturen zusammenfallen.
Nur durch die Sicherstellung eines Quartiersmanagements, kann auch eine Nachhaltigkeit erreicht werden.

Finanzierung:

Aktuell finanziert sich das Projekt “In der Heimat wohnen” seit Anfang 2016 zu 100% aus Eigenmitteln des Caritasverbandes für den Landkreis Kronach e.V. (bezogen vor allem auf die Personalkosten).
Das Projekt wurde zu Beginn 2,5 Jahre über das BBSR gefördert und anschließend 3 Jahre über das DHW gefördert.

Weitere relevante Fakten: